
Geogitterbewehrte Steilböschung Autobahn A40 - Duisburg
Projekt Informationen
Baumaßnahmen
Ausbau A40 AS Duisburg-Homberg bis AS Duisburg-HäfenAuftraggeber
DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbHBauausführung
Heitkamp Brückenbau GmbHOrt
Duisburg , DEPlanung
Ingenieurbüro für Bauwesen, SalzburgBauzeit
Mai 2025 - September 2025Verwendete Produkte
Projekt Details


Situation
Im Auftrag der DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH erfolgt derzeit der achtstreifige Ausbau der Bundesautobahn 40 zwischen den Anschlussstellen Duisburg-Homberg und Duisburg-Häfen. Das Projekt umfasst neben dem Ausbau der Hauptfahrbahn auch die Anpassung der angrenzenden Verkehrsflächen sowie den Ersatzneubau der Rheinbrücke Duisburg Neuenkamp. Insbesondere bei der Neugestaltung der Anschlussstelle Homberg und dem dort erforderlichen Neubau der Ausfahrtsrampe Venlo – Duisburger Straße galt es besondere Bedingungen zu berücksichtigen: Um den Flächenverbrauch im angrenzenden Naturschutzgebiet so gering wie möglich zu halten, war der Bau einer Steilböschung erforderlich. Als Alternative zu der in der Planfeststellung vorgesehenen Raumgitterwand, entschied der Bauherr für die bauliche Umsetzung der Böschungssicherung in Form einer geogitterbewehrten Steilböschung mit einer Frontausbildung aus Beton Fertigteilen.
Lösung
Zur Umsetzung der Steilböschung kam das System Fortrac® NEWmidi zum Einsatz. Bei diesem System werden hochwertige Betonfertigteile schachbrettartig angeordnet und mit hochfesten Geogittern rückverankert. In Duisburg erreicht die Konstruktion eine Gesamthöhe von bis zu 9,5 m. Die Länge der Konstruktion beträgt ca. 350 m. Anders als bei einer Raumgitterwand sind massive Ortbetonfundamente bei dieser Bauweise nur als Montagefundament für die Fertigteile erforderlich. Für die Fundamente der Raumgitterwand wären allein rund 3.300 m³ Beton erforderlich gewesen, was einem Materialgewicht von gut 8.000 t entspricht. Die Planung der Steilböschung mit Fortrac NEWmidi erfolgte in enger Abstimmung mit der HUESKER Synthetic GmbH.
Vorteile
Im Gegensatz zur ursprünglich vorgesehenen klassischen Raumgitterwand konnten durch die Umsetzung des Alternativvorschlags mit einer geogitterbewehrten Steilböschung wesentliche technische, wirtschaftliche und ökologische Vorteile erzielt werden. Während bei Raumgitterwänden die Verdichtung des Füllmaterials innerhalb der Raumgitterzellen aufgrund der beengten Platzverhältnisse nur sehr eingeschränkt und überwiegend mit kleinem Gerät möglich ist – insbesondere in Zwickelbereichen sowie unmittelbar oberhalb der Tragelemente – ermöglicht der geogitterbewehrte Stützkörper die Herstellung eines homogenen, hochwertig und maschinell verdichteten Erdkörpers. Dadurch werden eine erhöhte Eigenverformung des Stützkörpers sowie das Potenzial für differenzielle Setzungen zwischen Bestand und Neubau, wie sie beim Amtsvorschlag zu erwarten gewesen wären, deutlich reduziert.
Darüber hinaus führte die schlanke, flexible Bauweise zu einer verkürzten Bauzeit und eröffnete erhebliche Einsparpotenziale bei den Gründungsarbeiten, da bei der gewählten Konstruktion auf ein über die gesamte Aufstandsfläche der Böschungssicherung ausgebildetes Betonfundament verzichtet werden konnte. Insgesamt erweist sich die alternative Bauweise damit als deutlich ressourcenschonender und nachhaltiger als eine Raumgitterwand.
Gleichzeitig bleibt die äußere Ansichtsfläche dem ursprünglich geplanten, begrünbaren Erscheinungsbild jedoch sehr ähnlich und fügt sich harmonisch in die sensible Umgebung ein. Das System Fortrac NEWmidi stellt damit eine leistungsfähige, wirtschaftliche und nachhaltige Lösung für den Ausbau der A40 im Bereich der Anschlussstellen Duisburg-Homberg und Duisburg-Häfen dar.

