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Tragschichtbewehrung mit Fortrac®-Geogittern Neuer Markt Rostock

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Tragschichtbewehrung mit Fortrac®-Geogittern
Neuer Markt Rostock – Rostocker Straßenbahn AG

Situation
Im September 1993 wurden die Gleisanlagen der Rostocker Straßenbahn im Abschnitt Lange Straße - Steintor von der Baufirma ARGE Strabag Rostock erneuert. Beim Ausbau der alten, unbrauchbar gewordenen Tragschicht auf dem Neuen Markt stieß man bei etwa 0,8 m unter Oberkante Fahrbahn auf alte Knüppellagen, die hier zur Befestigung von Wegen schon im 12./13. Jahrhundert eingesetzt wurden. Plattendruckprüfungen zeigten, dass unsere Vorfahren diese Gründungsmethode nicht umsonst angewandt hatten. Die Tragfähigkeit nach Entfernen der Knüppellage war äußerst schlecht (Ev2 < 10 MN/m2) und vielfach nicht mehr messbar. Ursache hierfür waren organische Einlagerungen bis in größere Tiefen.
Ausführung
Sozusagen über Nacht musste eine Lösung gefunden werden, wie man unter diesen Umständen die geforderten Tragfähigkeitswerte Ev2 >120MN/m2 auf der Oberkante Schottertragschicht (Brechkorn B1) ohne weiteren Bodenaustausch erreichen konnte. Nach Beratung mit der örtlichen Bauleitung entschied man sich für den Einsatz von Geogittern – die zeitgemäße Alternative zu den seinerzeit verwendeten Knüppellagen. Ausgeführt wurde ein zweilagig bewehrtes Gründungspolster mit Geogittern aus hochmodulen Polyestergarnen. Das gewählte Fortrac®-Geogitter mit einer Höchstzugkraft von 40 kN/m längs und quer sowie 35 mm Gitteröffnungsweite besitzt eine sehr gute Kraftmobilisierung bei geringen Dehnungen und eine äußerst geringe Kriechneigung. Es erfüllt unter anderem von der Deutschen Bahn AG geforderten Zugkraft-/Dehnungswerte für Tragschichtbewehrungen. Tragschichtbewehrung mit Fortrac®-Geogittern Neuer Markt Rostock – Rostocker Straßenbahn AG REPORT HUESKER Sanierung der Gleisanlage - Rostocker Straßenbahn AG Der Tragfähigkeitszuwachs beim Einsatz von Geogittern basiert auf der Mobilisierung eines Stützkörpers, der sich über dem Geogitter aufgrund des guten Verbundes Geogitteröffnung – Boden aufbaut und eine Spannungsumverteilung ermöglicht (Zeichnung). Letztere lässt die aufgebrachte Belastung infolge der besseren Lastverteilung nur noch stark reduziert auf den gering tragfähigen Untergrund einwirken, wodurch die Lagestabilität der Gleisanlage verbessert werden kann. Voraussetzung hierfür ist die Verwendung eines gut abgestuften Tragschichtmaterials mit hohem Eigenverfomungsmodul.
Die Flexibilität des verwendeten Geogitters erlaubt die Ausbildung eines flächenhaften Kraftschlusses ohne Hohllagen. Da rechnerische Bemessungsansätze für diesen Einsatz bisher noch nicht vorliegen, wird die Effektivität dieser Bauweise in der Regel messtechnisch vor Ort nachgewiesen. Im vorliegenden Fall musste auf dem Untergrund zunächst ein Trennvliesstoff verlegt werden, um das Einwandern von feinkörnigem Material in den bewehrten Tragschichtkörper auszuschließen. Unmittelbar darauf folgte die erste Gitterlage, die mit ca. 25 cm Sand-Kies-Schotter-Gemisch 0/32 überbaut wurde. Nach der Verdichtung wurde die zweite Lage Fortrac® auf dem Planum verlegt und ebenfalls mit ca. 25 cm Schottertragschicht (Brechkorn B1) überbaut und verdichtet. Aufgrund der eingesetzten Fortrac®-Geogitter war man in der Lage, das Tragfähigkeitsdefizit im Untergrund auszugleichen und damit die erforderliche Lagestabilität der Gleisanlage zu gewährleisten. Weitere Verzögerungen konnten vermieden und die Bauleistungen mit vertretbarem Mehraufwand fortgesetzt werden. Über den Bauzustand hinaus wirkt die
Geogitterbewehrung auch in der Nutzungsphase stabilisierend. Wegen der guten Erfahrungen auf dieser Baustelle wurde auch bei vergleichbaren Bedingungen im Bauabschnitt Steintor-Rosa- Luxemburg-Straße 1994 die gleiche Bauweise verwendet. Auch hier gibt es nach etwa zwei Jahren Trassennutzung durch Straßenbahn und Kraftfahrzeuge keine Verformungen aus dem Untergrund.
Objekt/Ort: Neuer Markt, Rostock
Auftraggeber: Rostocker Straßenbahn AG
Baufirma: ARGE Strabag, Rostock
Bauzeit: 1993
Produkt: Fortrac®-Geogitter, Typ 40/40-35 T