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Deutschlands erstes permanentes Brückenwiderlager mit Fortrac®

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Deutschlands erstes permanentes Brückenwiderlager
bei Ilsenburg aus Geokunststoffbewehrter Erde mit
Fortrac®-Geogittern

Situation
Die Stadt Wernigerode hatte die Baumaßnahme „Ersatzneubau einer Brücke über die Ilse im Zuge der K1355 bei Ilsenburg“ ausgeschrieben. Der Amtsentwurf sah eine Bohrpfahlgründung der Brückenwiderlager vor. Zusätzlich war die Widerlagerausbildung als rückverhängte Gabionenkonstruktion vorgesehen – die Pfähle durchdringen dabei den rückverhängten Gabionenkörper.
Ausführung
Das Ingenieurbüro Herold & Partner, Weimar, schlug die Ausbildung der Widerlager alternativ als KBE (Kunststoffbewehrte-Erde) - Konstruktion vor. Statt über die Pfähle erfolgte hier die Lastabtragung über den KBE-Körper, auf den der Auflagerbalken direkt aufbetoniert wurde. Der KBE-Körper bestand aus mehreren Lagen verdichtetem Betonrecycling als Füllboden und Fortrac® Geogittern, Typ R 140/30-30 MP. Die Geogitter wurden mit den Gabionenkörben kraftschlüssig verbunden und zusätzlich zurückgeschlagen. Aufgrund seiner Flexibilität ist Fortrac® sehr einfach und wirtschaftlich zu verarbeiten.
Die KBE – Bauweise hat mehrere Vorteile:
Die Geogitterfamilie Fortrac® M bzw. Fortrac® MP wird unter Verwendung des hochalkalibeständigen kriech- und dehnungsarmen Polymers PVA (Polyvinylalkolhol) hergestellt. Diese Eigenschaften waren bei den direkt belasteten Brückenwiderlagern – mit äußerst geringen zulässigen Verformungen und mit Betonbruch als Füllboden – wichtig.
Die Baumaßnahme konnte zügig und kostengünstig durchgeführt werden un das Bauwerk hat hervorragende statische und dynamische Eigenschaften. KBE – Bauwerke unterliegen einer statischen Bemessung und Nachweisführung. Weil es sich hier um das erste permanente Brückenwiderlager in Deutschland aus KBE handelte, wurden die Widerlager in diesem Fall auch mit Vertikalinklinometern ausgestattet. So lassen sich Horizontalverschiebungen im KBE-Körper exakt erfassen. Am Auflagerbalken wurden Setzungsmesspunkte installiert, die Aussagen über die Vertikalverformung der Konstruktion ermöglichen. Zusätzlich wurden Erddruckgeber und Beschleunigungsaufnehmer installiert um das Verhalten der Konstruktion unter dynamischen Lasten zu untersuchen.
Das Widerlager wurde im Oktober 2000 fertiggestellt und im Dezember 2000 für den Verkehr freigegeben. Bis heute liegen die gemittelten Vertikalverformungen bei 4-8 mm. Die Horizontalverschiebungen liegen in der Größenordnung von 1-2 mm. Hinzu kommt, dass die Konstruktion durch den Einsatz der Fortrac® MPGeogitter flexibler ist als bei traditioneller Bauart.
So werden Risse vermieden, die bei einer starren Betonkonstruktion durch Verformungen oder Verschiebungen ausgelöst werden können. Das Bauvorhaben wird seit Inbetriebnahme durch IBHHerold & Partner messtechnisch überwacht.
Objekt/Ort: K1355 bei Ilsenburg
Bauherr: Stadt Wernigerode
Sondervorschlag und Ausführungsplanung: IBH-Herold & Partner, Weimar www.ibh-herold.de
Baufirma: Firma Matthäi, Magdeburg
Bauzeit: Oktober bis Dezember 2000
Produkt: Fortrac®, Typ R 140/30-30 MP