Fortrac®-Geogitter ermöglichen Straßenbau im alpinen Gelände
In der Nähe der österreichischen Gemeinde Trieben in der Steiermark entstand in den 60er Jahren die Bundesstraße B 114 nach Hohentauern. Das stark befahrene Verbindungsstück zwischen Trieben und Sunk wies im Laufe der Jahre massive Schäden auf, die nicht mehr zu sanieren waren.
Dass an dieser Stelle - mit steil fallenden Hängen - überhaupt ein neues Straßenbauprojekt realisiert werden konnte, ist dem Engagement aller Beteiligten zu verdanken.
Die verantwortliche Baubezirksleitung Land Steiermark, Fachabteilung 18B Straßeninfrastruktur-Bau suchte gemeinsam mit dem Planungsbüro Birner und Lackner, Graz und der bauausführenden Firma Alpine GmbH, Salzburg nach neuen Lösungen - was unter den geologischen Bedingungen vor Ort ein echte Herausforderung darstellte.
Auf Kunststoffbewehrter Erde (KBE) gebaut
Nach jahrzehntelanger Belastung zeigte die alte Straße deutliche Schäden - eine Alternative musste her und das zügig, kostengünstig und zuverlässig. Nachdem zahlreiche Lösungsmöglichkeiten geprüft wurden, entschied sich der Bauherr für den Bau einer neuen Trasse auf der gegenüberliegenden Talseite, die mehr oder weniger parallel zur alten Straßenführung liegt. Das sehr unwegsame Terrain mit extrem steiler Hanglage schloss jedoch einen konventionellen Straßenbau von vorneherein aus. Unterschiedliche Varianten wurden untersucht, Baubarkeitsstudien erarbeitet. Alle am Bau der neuen Trasse beteiligten Institutionen entschieden sich, einen großen Teil der neuen Streckenabschnitte auf Kunststoffbewehrter Erde (KBE) zu bauen.
Extreme Anforderungen an das Material
Die erforderlichen Hangverbauten links und rechts der Straße wurden in unterschiedlich vielen übereinander angeordneten Schüttlagen von jeweils 60 cm Dicke - mittels Fortrac®-Geogittern im so genannten „Rückumschlag- Verfahren“ - gesichert, um ein Abrutschen dieser Streckenabschnitte zu verhindern. Dadurch entstanden bis zu 28 Meter hohe KBE-Konstruktionen, die besondere technische Anforderungen an das Geogitter stellen. So ist die Flexibilität des Gitters unabdingbar notwendig für die Herstellung der Rückumschläge. Das ausgeprägte Kraft-, Dehnungsverhalten sowie die Haltbarkeit der eingesetzten Geogitter sind weitere wichtige zu gewährleistende Produkteigenschaften. Auf Grund dieser hohen technischen Anforderungen, wurde von den verantwortlichen Geotechnikern und Planungsbüros das Fortrac® - Geogitter aus dem Hause HUESKER als das für diese Aufgabe am besten geeignete Produkt ausgewählt.
Die Geogitter aus Gescher sind für diese heikle Aufgabe besonders zweckdienlich, da sie zwar sehr flexibel im Einbau sind und auch - wie hier nötig - rückseitig umgeschlagen werden können; gleichzeitig sind sie aber auch extrem dehnsteif und daher besonders gut geeignet, wenn nur geringste Verformungen zulässig sind. Diese Kombination ermöglichte sogar das Herstellen schwieriger, geschwungener Geometrien wie auch die Realisierung zweier 180° Serpentinen.
In den meisten Aufstandsflächen wurde mit einem Reibungsfuß aus Spritzbeton gearbeitet. Zum Rückumschlag im Frontbereich, erfolgte in den unteren Lagen zusätzlich ein Rückumschlag der Geogitter an der Rückseite. In dieser Anwendung zeigt sich das Alleinstellungsmerkmal der flexiblen HUESKER-Geogitter, das steife Gitter nicht bieten können.
Die Maschenweite der Gitter wurden entsprechend der Empfehlung für Bewehrungen aus Geokunststoffen der Deutschen Gesellschaft für Geotechnik e.V. auf das Schüttmaterial abgestimmt – in diesem Falle liegt sie bei 70 x 70 mm.
Immer wieder haben wir es im alpinen Gelände mit schwierigem Untergrund, steilen Hanglagen und unwegsamen Gelände zu tun. Um Bauprojekte in diesen Regionen erfolgreich zu realisieren, bedarf es Erfahrung und Mut zu Neuem. Immer häufiger wird daher – genau wie im österreichischen Trieben - auf die Konstruktionen bewehrter Erde (KBE) gebaut. Maßgeblich für eine dauerhafte und sichere Nutzung ist dabei die Materialwahl. Der technisch anspruchsvolle Neubau der B114 konnte mit ausgewählten Produkten aus dem Hause HUESKER in Gescher erfolgreich umgesetzt werden.






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