Go to content
 

Über 40 Jahre Erfahrung mit Geotextilien

Sie sind hier:  Startseite » Geokunststoffe » HUESKER » Presse » Über 40 Jahre Erfahrung mit Geotextilien

Über 40 Jahre Erfahrung mit Geokunststoffen - HUESKER Synthetic

Pionierleistung am Rüstersieler Seedeich (1963)

"Als man vor mehr als 40 Jahren die HUESKER-Materialien einsetzte, kannte man die Bezeichnung‚ Geotextil' noch gar nicht", sagt Max Nods von der Firma HUESKER Synthetic und muss ein wenig schmunzeln. Heute kann das Unternehmen aus dem Münsterland mit Erfolg auf mehr als 40 Jahre Erfahrung mit Geokunststoffen in ganz unterschiedlichen Bereichen zurückblicken. Die Produktpalette des Unternehmens ist dabei so vielfältig wie die Einsatzgebiete der Materialien: Angefangen vom Deichbau, Kulturwasserbau, Straßenbau bis hin zum Deponiebau und Erd- und Grundbau. In Gescher werden maßgeschneiderte Geokunststoffe für die Bauindustrie hergestellt, sowie technische Textilien für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe.

Schon ein Blick auf das Standardprogramm zeigt, bei wie vielen Bauprojekten heute HUESKER-Materialien genutzt werden: Das reicht von hochfesten synthetischen Geweben über Verbundstoffe und Ton-Dichtungsbahnen, Vliesstoffe, Drän- und Erosionsschutzmatten bis hin zu Kunststoff-Dichtungsbahnen und Fortrac®-Geogittern.

Gerade anhand dieser Produkte lässt sich erkennen, wie wichtig die Ingenieure für die Erfolgsgeschichte des Unternehmens sind: Das HUESKER Engineering Team hat mit Materialien wie dem hochfesten Fortrac®-Geogitter, das bei der Bodenbewehrung verwendet wird, oder der geosynthetischen Ton-Dichtungsbahn NaBento®, die im Wasserbau und beim Umweltschutz eingesetzt wird, die Produktpalette stets innovativ erweitert.

Neben diesen hochwertigen Standards entwickelt HUESKER seit Jahrzehnten in enger Zusammenarbeit mit Kunden, Ingenieurbüros, Forschungs- und Prüfinstituten individuelle Lösungen für unterschiedliche bautechnische Anwendungen - wirtschaftlich, umweltfreundlich, innovativ und durchdacht.

Jede erfolgreiche Geschichte hat auch ihren Anfang. Für HUESKER begann sie hierzulande 1963.

Als damals ein Deich nördlich von Wilhelmshaven gebaut wurde, um das Rüstersieler Watt einzudeichen und so fast 600 Hektar Land zu gewinnen, war der Deichbau mit geotextilen Materialien noch eine Pionierleistung: Zum ersten Mal wurde ein Deichfuß aus großformatigen sandgefüllten Nyloncontainern hergestellt - und auch der Einsatz eines Geogewebes, um die Standsicherheit zu gewährleisten, war eine Premiere.

Nach einem langen Eiswinter konnte im April `63 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Zunächst wurden Unebenheiten der Deichsohle beseitigt und der künftige Deichfuß gesichert. 25.000 Container sollten diesen Fuß später zu einem mächtigen Bollwerk gegen das Anstürmen der See machen. Jeder Container fasste etwa einen Kubikmeter Sand, wog 1,5 Tonnen und war 1,50 Meter breit und 2,25 Meter lang.

Die befüllten Nyloncontainer brachte man auf Feldbahngleisen an ihren Bestimmungsort. Doch erst bei Flut konnten sie zu den schwimmenden Einbaustellen transportiert werden. Die Arbeitsbedingungen stellten große Herausforderungen an Mensch und Material: Man baute teilweise im Wasser, die Container wurden mit riesigen Greifern aufgeschichtet. Auch wenn diese Bagger eigens dicke Stahlwulste hatten, musste das Material sehr widerstandsfähig sein, um Beschädigungen auszuschließen.

Vor allem die der See zugewandte Seite des Deichs sollte dem steten Schlagen der Wellen und den wütenden Wintersturmfluten standhalten können: Die Nyloncontainer dienten hier vor allem dazu, die Standfestigkeit des Deichs in der Anfangsphase zu garantieren, eine zehn Zentimeter dicke Spritzbetonschicht auf den Containern gab dem Bauwerk zusätzlichen Schutz. Um den Deich zu bauen, wurden damals gewaltige Massen Sand bewegt: 1,6 Millionen Kubikmeter mussten in den Deichkern aufgespült werden. Ein Spüldeich schützte zunächst die Aufspülungen, Kunststoffplanen deckten diesen Deich ab.

Allein eines Fünftels der gesamten Nyloncontainer bedurfte es, um den Deichschluss zu errichten: Er bestand aus einem zweifach Nylonsackdamm, im Kern mit Sand aufgefüllt. Am 29. Juli 1963, bei hochsommerlichem Wetter, konnte der Deichschluss begonnen werden. Die 5000 HUESKER-Container waren zuvor auf Halde gebracht worden. Erst legte man eine 12 mal <norb>50 Meter große HUESKER-Nylonplane aus, dann wurden die Nyloncontainer eingebaut, große Baumaschinen schoben den Sand für den Kern herbei. Dass Ingenieure und Techniker sich hier ganz besonders auf die Zuverlässigkeit des Materials verlassen mussten, bedingt durch die Abhängigkeit von den Gezeiten: Der Zeitplan musste präzise eingehalten werden, um den Deichschluss während des Niedrigwassers fertig stellen zu können.

Am 18.12.1963, keine neun Monate nach Beginn der Bauzeit, konnte der Deich am Rüstersieler Watt eingeweiht werden.

Was hat sich in den 40 Jahren seit diesem Deichbau geändert?
HUESKER hat an Erfahrungen mit Geokunststoffen gewonnen. Das HUESKER Engineering Team hat weitere geotextile Innovationen entwickelt, die weltweit zum Einsatz kommen - schon wenige Jahre nach dem Deichbau nahe Wilhelmshaven halfen HaTe® Filtergewebe aus Gescher, Deiche noch zuverlässiger zu machen. Heute machen Geotextilien wie etwa die Geokunststoff-Ton-Dichtungsbahn NaBento® Deiche ganz selbstverständlich zu einer wasserdichten Angelegenheit.

Die Bauweise indes hat sich nicht grundlegend in den vergangenen 40 Jahren verändert, wie Max Nods sagt. Und auch die Philosophie der Firma HUESKER sei die gleiche geblieben, versichert Nods: Auftraggebern und Partnern individuelle Lösungsansätze anzubieten, bei denen sich die verwendeten Geokunststoffen den örtlichen Gegebenheiten und der Aufgabenstellung optimal anpassen. Die Ingenieure in Gescher planen und entwickeln maßgeschneiderte Materialien, oft gilt es schwierige Spezialaufgaben mit geotextilen Innovationen zu meistern. Laborversuche, Testfelder und Langzeitstudien dienen hier - genau wie bei den Standardprodukten - einem einzigen Ziel: Zuverlässigkeit.

Schließlich soll es den Bauwerken, bei denen HUESKER-Geokunststoffe zum Einsatz kommen, ebenso ergehen wie dem Deich vom Rüstersieler Watt: Der steht noch immer und hält seit 40 Jahren unbeeindruckt der tosenden See stand.

 

Abb. 1: Deichschluss:
5000 großformatige HUESKER-Nyloncontainer waren im Juli 1963 notwendig, um den Deichschluss zu errichten. Er bestand aus einem zweifachen Nylonsackdamm, im Kern mit Sand gefüllt.

Abb. 1 herunterladen


 

Abb. 2: Deichbau:
Auf Feldbahnen brachte man 1963 die insgesamt 25.000 Nylonsäcke der Firma HUESKER zu ihrem Bestimmungsort. Später sollten sie den Deich am Rüstersieler Watt zu einem mächtigen Bollwerk gegen die anstürmende See machen.

Abb. 2 herunterladen


 

Abb. 3 Der Querschnitt zeigt den Deichbau "Rüstersieler Watt" im April 1963

Abb. 3 herunterladen