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Neubau BAB A 26

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Neubau BAB A 26 Stade - Hamburg

Anwendung der Beobachtungsmethode nach DIN 1054

Zur Entlastung der Bundesstraße B 73 und des umgebenden nachgeordneten und parallel verlaufenden Straßennetzes erfolgt der Neubau der Bundesautobahn A 26 von Stade bis zum Anschluss an die BAB A7 bei Hamburg in vier Bauabschnitten. Mit den Bauarbeiten für den ersten Bauabschnitt von Stade nach Horneburg wurde im Herbst 2001 begonnen. Die weiteren drei Streckenabschnitte befinden sich in Planung. Der Untergrund des ersten Streckenabschnittes besteht aus bis zu 12 m mächtigen holozänen Weichschichten (Klei und Torf) mit sehr geringen Tragfähigkeiten. Da ein Teil- oder Vollbodenaustausch auszuschließen war, wird bei dieser Baumaßnahme das Überschüttungsverfahren angewendet.

Bei der Anwendung des Überschüttungsverfahrens für den Bau der A 26 waren folgende zusätzliche Maßnahmen erforderlich:

  1. Einbau eines Vlieses auf das anstehende Gelände zur Trennung der feinkörnigen Böden des Untergrundes vom grobkörnigen Dammschüttmaterial und zum Herstellen einer mit Baugeräten befahrbaren Arbeitsebene (Schichtdicke 0,6 m bis 0,8 m).
  2. Einbau von Vertikaldräns zur Beschleunigung der Konsolidierung der wenig tragfähigen Untergrundschicht ( Einbautiefe der Vertikaldräns ab Oberfläche der Arbeitsebene bis 2 m über den pleistozänen Sanden, Dränabstand: 1,25 m). Vor dem Einbau der Vertikaldräns wurde durch Drucksondierungen sicher gestellt, dass die über dem Pleistozän erforderliche Dichtungsschicht von mindestens 2 m eingehalten wird, damit das gespannte Wasser aus dem Grundwasserstockwerk des Pleistozäns nicht an der Geländeoberfläche austritt.
  3. Einbau einer hochzugfesten Bewehrung aus dem Geogewebe Stabilenka® 200/45, 400/50 und 600/50 unter der Dammaufstandfäche. Die Verlegung erfolgte nach dem Einbau der Vertikaldräns. Die Geosynthetics werden aus hochmodulen Polyester-Garnen mit geringer Kriechneigung gefertigt. Im Bereich der Rampe zur Geest wurde als geotextile Bewehrung Stabilenka® 600/50 in zwei Lagen eingebaut. Die dafür erforderlichen "Doppelrollen" wurden vom Hersteller HUESKER Synthetic vorkonfektioniert und nach einem von der BASt erstellten Verlegeplan eingebaut.

Bei der Bemessung und Anwendung dieser Geobewehrung konnte auf über 20 Jahren Erfahrungen zurückgegriffen werden.

Als Grundlage für die Anwendung der Beobachtungsmethode nach DIN 1054 wurden die geotechnischen Messprogramme nach den Vorgaben des erdbautechnischen Streckengutachtens der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) erstellt und mit dem Straßenbauamt Stade abgestimmt.

Eingesetzte geotechnische Messgeräte

Zur Bewältigung der vielseitigen Überwachungsaufgaben wurden geotechnische Messgeräte und -systeme eingesetzt, die sich in vergleichbaren Projekten bereits bewährt haben bzw. auch als Standardausrüstung für die Umsetzung der Beobachtungsmethode nach DIN 1054 angewendet werden. Alle Messgeräte werden mit automatisch messenden Anlagen erfasst und die Messwerte fernübertragen. Die geotechnischen Messgeräte im Detail:

  • Permanent messende, elektrische Setzungsmessgeräte nach dem "Schlauchwaage-Prinzip" zur Überwachung des Verformungsverhaltens des Bahndammes an der Geest.
  • Stationäre Kettenneigungsmesser zur kontinuierlichen und automatischen Messwerterfassung horizontaler Verformungen am Bahndamm und an den Hochspannungsmasten.
  • Mobile Neigungsmesseinrichtungen zur Erfassung horizontaler Verformungen an den Dammfüßen, zur Sicherung von Hochspannungsmasten und Gewässer.
  • Porenwassermessgeräte (pneumatisch) in unterschiedlichen Tiefen unter der Dammschüttung und zur Erfassung der Grundwasserstandsänderungen.
  • Setzungsmessgeräte (pneumatisch) auf der Geländeoberfläche.
  • Erddruckmessgeräte (pneumatisch) zur Registrierung der Auflast (Schütthöhe).
  • Erddruckaufnehmer (pneumatisch) zur Erfassung der Horizontalspannungen an den Spundwandsicherungen der Hochspannungsmasten.
  • Dehnungsmessgeräte (elektrisch) zur Erfassung der Dehnungen des Geogewebes Stabilenka®.

 

Mit den geotechnischen Messungen werden die zu erwartenden Verformungen und Spannungsänderungen im Untergrund sowie deren zeitlicher und räumlicher Verlauf überwacht und kontrolliert.

Die automatisch erfassten Messwerte werden der BASt mittels Datenfernübertragung zeitnah zur Beurteilung zur Verfügung gestellt und die Ergebnisse über das Straßenbauamt Stade und der örtlichen Bauüberwachung den bauausführenden Firmen (ArGe Bunte/Möbius) mitgeteilt. Die jeweiligen Schüttfreigaben können auf Grund der Messwerte optimal gesteuert werden und beinhalten die Örtlichkeiten der Strecke, die Mächtigkeit der Schüttlage und die Schüttfolgen.

Damit wird die Sicherheit der Erdbauwerke und der im Trassenbereich befindlichen baulichen Anlagen sowie ein wirtschaftlicher Bauablauf gewährleistet. Vor allem ist zu erwähnen, dass durch die bei dieser Baumaßnahme erstmalige Anwendung der Beobachtungsmethode nach DIN 1054 der erste Bauabschnitt der BAB A 26 in kürzestmöglicher Zeit erstellt werden kann und zur Entlastung der Verkehrslage zur Verfügung steht.

Die Zwischenergebnisse bestätigen Konzept, Materialien und Vorgehensweise bei dieser Baumaßnahme. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt kann festgestellt werden, dass sich die konsequente Anwendung der Beobachtungsmethode nach DIN 1054 bei diesem Bauwerk bestens bewährt hat. Insbesondere hat die gute Zusammenarbeit und die Abstimmung zwischen den am Projekt Beteiligten zum bisherigen Erfolg der Maßnahme beigetragen.

 

Abb. 1: Der Bau der BAB A 26 von Stade nach Horneburg kommt voran. Die Anwendung des Überschüttungsverfahrens und der Einsatz des Geogewebes Stabilenka® 200/45, 400/50 und 600/50 als Bewehrungsmaterial erspart einen aufwendigen Bodenaustausch.

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Abb. 2: Übersicht des ersten Bauabschnittes Stade - Horneburg.

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Abb. 3 Grafik: Grafik mit Darstellung der Weichschichten, Dammkörper und Geosynthetics

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