Paulinenaue: ICE - Strecke Hamburg Berlin bald mit Tempo 230 km/h
Paulinenaue - eine Baustelle der Superlative
Nachdem das Projekt der Hochgeschwindigkeits-Magnetschnellbahn von Hamburg nach Berlin aufgegeben wurde, entschloss sich die Deutsche Bahn AG für eine 2. Ausbaustufe der bestehenden Gleisstrecke. Spitzengeschwindigkeiten von 230 km/h werden dann die Fahrzeit von Hamburg Hbf nach Berlin Bahnhof Zoo auf ca. 100 Minuten reduzieren. 650 Millionen Euro wird der gesamte Ausbau kosten. Die verkürzte Reisezeit soll bereits mit dem Fahrplanwechsel Ende 2004 wirksam werden.
Im Zuge einer ersten Ausbaustufe hatte man die Bahnstrecke Ende der 90-er Jahre bereits für eine Geschwindigkeit von 160 km/h ausgebaut. Bautechnisch betrachtet waren die größten Herausforderungen im Unterabschnitt Paulinenaue-Friesack auf einer Länge von 14,5 km des Bauabschnittes Spandau-Neustadt zu bewältigen. Der moorige Grund ist dort schlecht tragfähig. Bereits in der ersten Ausbaustufe hatte man den Bahndamm auf 40.000 Pfählen aus teilvermörtelten Stopfsäulen (TVSS) mit Geogitter-Bewehrung gegründet.
Vollsperrung - 76 Tage wurde rund um die Uhr gearbeitet
Eine Bietergemeinschaft unter der technischen Geschäftsführung der Firma Wittfeld (Wallenhorst) sowie den Firmen H.F. Wiebe (Achim), Gebr. von der Wettern (Köln), Ludwig Freytag (Oldenburg) und Matthäi (Verden) hatte die Ausschreibung für den Bauabschnitt gewonnen und die ARGE "ABS Hamburg-Berlin, PRA 1" gebildet.
In der Planungsphase hatte die DB Projektbau GmbH zunächst eine Teilsperrung mit eingleisigem Bahnbetrieb, wie in den anderen Bauabschnitten auch, favorisiert. Um die anspruchsvolle Aufgabe und eine hochwertige Ausführung zu sichern, entschied man sich in Abstimmung mit der beauftragten ARGE für eine zeitlich begrenzte Vollsperrung. Genau 76 Tage wurden dafür im Sommer 2003 angesetzt.
Damit diese Herkulesarbeit zügig ausgeführt werden konnte, wurde in drei Schichten rund um die Uhr, an sieben Tagen in der Woche gearbeitet. Ablaufplanungen bis ins kleinste Detail gingen den Bauarbeiten voraus. Die Bevölkerung wurde intensiv über alle Baumaßnahmen informiert und dabei um Verständnis für die unvermeidbaren Belästigungen geworben.
Mehrere Baustellen liefen parallel im Bauabschnitt
Auf dem betroffenen Abschnitt wurde an mehreren Stellen gleichzeitig mit den Bauarbeiten begonnen. Zunächst wurde der bestehende Gleiskörper mit Unterbau vollständig zurückgebaut. Der anstehende moorige Grund wurde dann bis auf die Höhe des Grundwasserspiegels ausgetauscht. Die Stopfsäulen (TVSS) der Pfahlgründung wurden dabei um ca. 1 m freigelegt und dann bis auf den anstehenden Grund eingekürzt. Ihr Zustand wurde dokumentiert und bei Bedarf eine Sanierung ausgeführt.
Darauf erfolgte dann der Aufbau der neuen Dammkonstruktion. Nach einer Lage Mineralgemisch, Schichtstärke 20 cm, erfolgte der Einbau der ersten Geogitterlage. Insgesamt kamen nun drei Lagen Fortrac® Geogitter vom Typ R 200/200-30 M aus PVA in Abständen von jeweils 30 cm zum Einsatz.
Der Einbau des Geogitters erfolgte quer zur Fahrtrichtung mit jeweils einem Meter Überlappung auf einer Breite von 14 m. Lasergenau und mit einer Toleranz von unter 1 cm wurde jede Lage Geogitter präzise und nach den Empfehlungen des Herstellers verlegt. HUESKER hatte das Geogitter in einer Rollenlänge von 210 m konfektioniert geliefert. Dies reduzierte den Verschnitt auf ein Minimum. Während der kritischen Bauphase - in der Zeit der Vollsperrung - hat HUESKER Extrakapazitäten in den Produktionsanlagen vorgehalten um bei Bedarf Mehrmengen kurzfristig fertigen zu können.
Die Superbaustelle in Zahlen
- 23 km Gleisrückbau
- 45.000 m³ Rückbau Altschotter
- 115.000 m³ Rückbau vorhandener Frostschutzschicht und Planumsschutzschicht
- 150.000 m³ Rückbau Bahndamm
- 60.000 m³ Ausbau Torf
- 135.000 m² Ausbau von Geogittern
- 40.000 Stück Stopfsäulen kürzen
- 85.000 to Mineralgemische einbauen
- mehr als 350.000 m² Fortrac® Geogitter verlegen
- 400.000 to Dammschüttstoffe herstellen und einbauen
- 130.000 to Planumsschutzschicht einbauen
- 60.000 to Grundschotter einbauen
- 23 km Gleisvorbau
Abb. 1: Für eine schnelle Reise mit dem ICE sichern und bewehren drei Lagen Fortrac® Geogitter von HUESKER Synthetic im Abschnitt Paulinenaue - Friesack die Bahndammkonstruktion.
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Abb. 2: Die Grafik zeigt den Aufbau der neuen Dammkonstruktion im Bauabschnitt Paulinenaue. Insgesamt kamen drei Lagen Fortrac® Geogitter vom Typ R 200/200-30 M aus PVA in Abständen von jeweils 30 cm zum Einsatz.





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