Engpass auf L 193 im Vorarlberg beseitigt
Bauweise kunststoffbewehrte Erde bot wirtschaftlichste Lösung
Die Faschinastraße L 193 im Vorarlberg (Österreich) ist für die Ortschaft Faschina die einzige Verkehrsanbindung mit der Außenwelt und daher stark von PKW und LKW befahren. Das Amt der Vorarlberger Landesregierung Abteilung Vllb - Straßen- und Brückenbau hatte beschlossen einen bekannten Engpass in der Nähe der Ortschaft Damüls zu beseitigen. Nach der Verbreiterung einer engen S-Kurve auf einer Länge von 300 m soll hier der Verkehr besser und sicherer fließen. Der Straßenabschnitt befindet sich in einem steil abfallenden Gelände.
Zwei bautechnische Varianten wurden geprüft. Es zeigte sich, dass eine bis zu 9 m hohe Dammschüttung in der Bauweise KBE (kunststoffbewehrte Erde) mit einer Böschungsneigung von 60-65º die wirtschaftlichste Lösung bot. Die Kostenersparnis gegenüber einer verankerten Stahlbetonmauer würde etwa 30% betragen.
Zur Bewehrung des Dammkörpers kamen Fortrac®-Geogitter mit unterschiedlichen Zugfestigkeiten und Verankerungslängen gemäß den statischen Berechnungen und der Ausführungspla-nung zum Einsatz.
Während der Baumaßnahme wurde der Verkehr einspurig aufrechterhalten. Vor dem Einbau der Dammschüttung wurde eine Nagelwand hergestellt. Zur schadlosen Ableitung von lokal auftretenden Hangwässern wurde vollflächig auf der mit Entspannungsbohrungen perforierten Spritzbetonhaut, eine Drainagematte verlegt, um anfallendes Wasser zur Talseite abzuleiten.
Im Schutze dieser provisorischen Sicherung erfolgte anschließend der Aufbau der "Bewehrte-Erde-Konstruktion. Für die Bewehrung des Dammkörpers wurden bis zu 15 Lagen Fortrac®-Geogitter mit einer Längszugfestigkeit von 55 - 110 kN/m eingebaut. Der vertikale Abstand der einzelnen Geogitter betrug 0,6 m.
Neben der grundsätzlichen Eignung des Dammschüttmaterials im Zuge einer Eignungsprüfung wurde während des Einbaus eine laufende Verdichtungskontrolle durchgeführt, wobei ein Verdichtungsgrad von mehr als 98 % gefordert und auch nachgewiesen wurde. Neben Fremdmaterial konnte teilweise auch die anstehende Moräne eingebaut werden. Die Planung und Geotechnik lag in der Verantwortung der 3P Geotechnik ZT GmbH in Lauterbach /A.
Trotz der schwierigen Linienführung der Straße mit zwei Kurven mit engen Radien wurden die Dammschüttungen mit hoher Präzision und Ausführungsgenauigkeit von der lokalen Baufirma Oberhauser & Schedler Bau realisiert. Nach Abschluss der Bauarbeiten erfolgt die Begrünung durch Hydrosaat.
"Die Voraussetzungen für eine Dammschüttung stimmten hier. Der Untergrund ist durch eine Lehmüberdeckung und ab einer Tiefe von 3 - 5 m unter Gelände durch eine standfeste Grundmoräne aufgebaut." erklärt Herbert Lassnig vom Vertriebsbüro Österreich der Firma Huesker. "Eine bemerkenswerte Lösung bot auch der Einsatz gebogener Baustahlgitter als verlorene Schalung", ergänzt Lassnig.
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Abb. 2: Die Bauweise KBE (kunststoffbewehrte Erde) ist sehr flexibel und anpassungsfähig. Engste Radien wie auch Böschungswinkel bis zu 90º sind damit möglich.





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